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March 22nd, 2005


07:45 pm - Die Tiefseetaucher - The Life Aquatic with Steve Zissou
Keiner kennt die Tiefen der sieben Meere besser als Steve Zissou (Bill Murray), der mit seinem "Team Zissou" das Leben unter Wasser im U-Boot erforscht. Aber Steve hat schon bessere Zeiten erlebt und setzt nun alles auf eine Karte, um sich mit einer Aufsehen erregenden und womöglich letzten Expedition einen Platz in der Geschichte zu sichern. Mit an Bord befinden sich der undurchschaubare Ned (Owen Wilson), der womöglich Zissous Sohn sein könnte, die hochschwangere Unterwasser-Journalistin Jane Winslett-Richardson (Cate Blanchett) und Steves ungerührte Ehefrau Eleanor (Anjelica Huston), die als der wahre Kopf von "Team Zissou" gilt. Doch wie im Leben lässt sich auch bei Reisen nicht alles immer so genau planen. Und so sieht sich Steve Zissou bei seiner Jagd nach dem unfassbar seltenen Jaguar-Hai mit Meuterei, Angriffen und zahllosen anderen Überraschungen konfrontiert.

Nur um an dieser Stelle sicher zu gehen, der Film ist trotz dieser Inhaltsangabe des Verleihs weder ein Abenteuerfilm, noch eine Tierdokumentation, sondern die neueste Komödie von Wes Anderson, zumindest in erster Linie.
Den Humor von The Life Aquatic zu erklären fällt am einfachsten, wenn man bereits Rushmore und/oder The Royal Tenenbaums des Regisseurs Wes Anderson gesehen hat. Wer an diesen Filmen Gefallen gefunden hat, der wird auch garantiert an diesem Film seine Freude haben, falls nicht, dann wird einem der Genuss auch hier schwer fallen.

Es geht um die absurden Situationen, die häufig Parodien von in anderen Filmen bereits häufig gesehenen Szenen sind. Die skurrilen Charaktere (Jeff Goldblum als schmieriger Widersacher, Willem Dafoe als vernachlässigtes Crewmitglied) in Spielszenen die nicht zuletzt farblich vollkommen durchkomponiert sind. Es ist einfach lustig Bill Murray und seine Crew in hellblauer Uniform mit roten Mützen zu sehen. Die Dialoge sind meistens kurz und trocken und ideal auf Bill Murray zugeschnitten, der zweifellos im Mittelpunkt des Geschehens steht.
Alle auftretenden Meerestiere sind Trickfiguren die mit Hilfe der Stop-motion Technik animiert wurden, die technische Ausrüstung des Schiffs ist geradezu nostalgisch, und ein brasilianische Crewmitglied untermalt die Handlung regelmäßig mit portugiesischen Versionen alter David Bowie Songs auf seiner Gitarre.
Doch das alles gibt den Stil des Filmes nur unzureichend wieder. Einen besseren Eindruck über die formale Gestaltung vermittelt daher wie so häufig der Trailer. Weiter Infos und Kritiken bei filmz.

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January 26th, 2005


09:47 pm - Alexander
Alexander erzählt die Geschichte des berühmten Eroberers aus Makedonien, der im 4.Jahrhundert vor Christus im Alter von 25 Jahren 90 Prozent der damals bekannten Welt erobert hatte. In seinem acht Jahre dauernden Eroberungsfeldzug gen Osten legte er mit seiner Armee eine Strecke von 35.000 Kilometern zurück.

Erzählt wird die Geschichte in Form einer Rückblende des ehemaligen Kampfgefährten Ptolemäus, der die Geschichte Alexanders 40 Jahre nach seinem Tode aufschreiben lässt.
Die Eroberungen werden zeitlich eingegrenzt zwischen der Schlacht von Gaugamela, die endgültig die Niederlage der Perser besiegelte, und einer letzten großen Schlacht in Indien, die nach acht Jahren die Rückkehr Alexanders in seine Heimat einleitete.
Dazu kommen noch die persönlichen Konflikte des Herrschers mit seinen Eltern, seinen Mitstreitern, die ihm zunehmend die Gefolgschaft verwehren, sowie natürlich seine Liebe zu Mann und Frau. Vor allem seine Beziehung zu Mutter und Vater deutet Oliver Stone als mögliche Motivation für seinen Feldzug bis ans Ende der Welt.
Porträtiert wird Alexander von Colin Farrell als ein unermüdlich getriebener, politischer Visionär, der die Grenzen der Welt erreichen und die Völker vereinen will, dabei jedoch immer wieder von Zweifeln geplagt wird.

Selten wurde ein Film so einhellig verrissen. Ich kann nur sagen, dass es mir schwer fällt zu verstehen, weshalb alle Kritiken durchweg so negativ ausgefallen sind. Der Film muss keineswegs allen gefallen, aber es ergibt für mich keinen Sinn, den Film so einhellig zu verurteilen.
Nachdem ich den Film gesehen habe ist für mich eine mögliche Erklärung, dass es sich dabei um ein gruppendynamisches Phänomen gehandelt hat. Es begann in den USA, dort haben die Kritiker kein gutes Haar an dem Film gelassen, und es würde mich nicht wundern, wenn dies unter anderem am rauer werdenden politischen Klima gelegen hätte, das es nicht gestattet über einen Film, der allein schon aus historischen Gründen offen mit dem Thema Homosexualität umgeht, positiv zu urteilen. Nachdem die Welle negativer Kritik einmal im Gang gewesen ist, ließ sie sich auch in Europa nicht mehr stoppen.

Auch ich hatte nachdem ich den knapp dreistündigen Film gesehen hatte nicht das Bedürfnis ihn mir sofort noch einmal ansehen zu müssen, doch war ich zumindest von dem Gesehenen beeindruckt, und war durchaus dankbar so einen Film auf einer großen Kinoleinwand gesehen haben zu dürfen.
Denn das wirklich Bedauerliche des wirtschaftlichen Misserfolges von Alexander ist m.E. die Tatsache, dass dies wohl bedeuten wird, dass es engagierte Filmemacher zukünftig noch schwerer haben werden ambitionierte Projekte zu realisieren. Das wird wiederum zur Folge haben, dass die Masse noch stärker mit (halbgeschichtlichem) Popcorn-Kino wie Troja und King Arthur beglückt werden wird. Das empfinde ich als höchst bedauerlich, da sich Alexander zumindest bemüht die geschichtlichen Fakten, soweit sie bekannt sind, als auch die Motivation des Menschen, so gut als irgend möglich darzustellen.
Der Trailer für einen ersten Einblick.

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January 20th, 2005


09:39 pm - Touch the sound
Evelyn Glennie ist eine der besten klassischen Percussionistinnen weltweit und mit Sicherheit eine der vielseitigsten. Sie hat unzählige Preise gewonnen und hat mit den bekanntesten Orchestern der Welt gespielt.
Der Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer hat die Percussionistin ein Jahr lang bei ihrer Reise rund um den Globus begleitet. Sie trommelt in der großen Halle der New Yorker Central Station, und spielt auf dem Dach eines Hochhauses in der Innenstadt. Experimentiert mit dem Performancekünstler Fred Frith in einer alten Fabrikhalle im Ruhrgebiet mit den unterschiedlichsten Klangkörpern, und benutzt in einer Kneipe in Japan das vorhandene Geschirr, Aschenbecher und Gläser um den rhythmischen Beginn eines Konzertabends einzuläuten.

Wo auch immer sie sich befindet, ist die Künstlerin daran interessiert die Töne, Rhythmen und Schwingungen um sich herum aufzunehmen. Das rhythmische Rollen eines Gepäckkoffers, genauso wie den Lärm einer Straßenkreuzung oder die Anpreisungen der Verkäuferinnen in einem japanischen Kaufhaus. Niemand ist dafür besser geeignet als Evelyn Glennie, denn sie ist zu 80% taub und fühlt mehr die Vibrationen als das sie sie hört.
Wie der passende Titel des Filmes beschreibt geht es darum den sound zu fühlen, die Töne körperlich zu Erleben. Egal ob es die harten Schläge der japanischen drummer sind, oder ob es die fast meditative Ruhe des Aufpralls eines Wassertropfens ist. Auch wenn es ein wenig schwierig ist exakt nachzuvollziehen was sich dabei genau bei Evelyn Glennie abspielt, so kann sicherlich jeder der eine besondere Beziehung zu Musik und Tönen hat doch spüren um was es geht. Vor allem ihre unglaubliche, geradezu naive Spielfreude an immer neuen Klängen beliebiger Alltagsgegenstände wirkt dabei geradezu ansteckend.

Weiter Informationen zu Evelyn Glennie, ihrer Musik und den Film findet man auf ihrer homepage. Auch ein trailer, der einen ersten Einblick in diesen sinnlichen Dokumentarfilm gibt, ist im Netz abrufbar. Weitere Filminfos gibt es bei filmz.

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January 19th, 2005


10:00 pm - Ocean's Twelve
Es sind einige Jahre vergangen seitdem die Gang von Danny Ocean die drei Casinos in Las Vegas ausgeraubt hat. Sie leben über das Land verstreut und genießen das süße Leben. Da meldet sich plötzlich bei allen Mitgliedern der Casino-Manager Terry Benedict, dem sie damals das Geld abgeknöpft haben, und will innerhalb von zwei Wochen sein Geld zurück. Da sie in den USA zu bekannt sind, weicht die Bande nach Europa aus um dort ein entsprechendes Ding zu drehen. Doch sie haben echte Schwierigkeiten ein passendes Objekt ausfindig zu machen und auch sonst geht eine ganze Menge schief. Auch finden sie heraus das sie von einem berühmten Dieb in Frankreich an den Casinobesitzer verpfiffen worden sind, da er sich mit Danny Ocean einen Wettstreit liefern möchte wer den größeren wer der größere Dieb von beiden ist.

Wer nun einen äußerst logischen plot und packende Spannung erwartet, der hat unter Umständen gewisse Schwierigkeiten mit dem Film. Wie auch schon im ersten Teil geht es in erster Linie darum George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und dem ganzen Rest beim entspannten Schauspielern zuzusehen. Und das macht entsprechenden Spaß. Danny hat Probleme mit seiner besseren Hälfte Tess, Linus/Matt Damon versucht verzweifelt als Führungsperson innerhalb der Bande ernst genommen zu werden und natürlich ist Brad Pitt auch diesmal wieder pausenlos am Essen. Einzig beim Auftritt von Julia Roberts gegen Ende wird ein wenig zu dick aufgetragen, aber zum Glück ist diese Passage schnell vorüber.

Das Ganze wird zusammengehalten von einem swingenden soundtrack und der Hand des Regisseurs Steven Soderbergh, auch wenn er teilweise ein wenig zu viel der Handlungsstränge und Schauplätze ausgewählt hat. Wie es natürlich so ist bei Fortsetzungen, bietet Ocean's Twelve nicht mehr das Originelle seines Vorgängers, wer sich jedoch auf die beschriebene Sichtweise des Filmes einlassen kann, der wird gut unterhalten. Eine hervorragende Einstimmung auf den Film bietet der trailer.

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January 18th, 2005


10:38 pm - Owning Mahowny
Dan Mahowny macht ganz und gar nicht den Eindruck eines typischen Bankers. Er fährt einen alten, schrottreifen Wagen, seine Anzüge sehen sehr mitgenommen aus und er macht auch insgesamt einen eher kauzigen Eindruck. Doch er liefert gute Ergebnisse ab, da sehen die Vorgesetzten schon mal darüber hinweg das ihm die bankenübliche äußere Fassade fehlt und verantworten ihm die etwas vermögenderen Kunden an.
Was die Chefs nicht wissen, Mahowny ist ein leidenschaftlicher Spieler der keine vierundzwanzig Stunden ohne das Wetten auf den Ausgang irgendeines Sportereignisses auskommen kann und der zunehmend jede Minute seiner freien Zeit in der Spielbank verbringt. Da die Bank (des Casinos) statistisch betrachtet jedoch immer gewinnt, plagen ihn immer größer werdende Geldsorgen. Da kommt ihm der mögliche Zugriff auf die Guthaben seiner vermögenden Kunden gerade recht.

Owning Mahowny schildert nun in ruhiger Art und Weise die zunehmende Abhängigkeit Mahownys von seiner Sucht und seinen damit einhergehenden sozialen Niedergang. Zwar wird er von den Mitarbeitern des Casinos im Verlauf fürstlich behandelt, doch ist dies natürlich lediglich auf die Höhe seiner Verluste zurückzuführen und bedeutet ihm auch überhaupt nichts, da es ihm lediglich um den Nervenkitzel des Spiels geht. Einzig seine Freundin und Kollegin Belinda merkt das er mehr und mehr den Überblick verliert und versucht ihm zu helfen.
Die Geschichte wird getragen von einem herausragenden Philip Seymour Hoffman, der die Hauptrolle überzeugend darstellt ("wie immer" sollte man wohl noch einfügen). Er porträtiert Dan Mahowny als einen vollkommen durchschnittlichen Menschen, ungepflegt und übergewichtig, aber man nimmt ihm das Schicksal des Spielsüchtigen komplett ab.

Ein kleiner, unspektakulärer Film, der neben der Charaktersstudie den Einblick in die Bankwelt, aber vor allem auch in die Welt der Casinos erlaubt. Die Art und Weise wie die Casinos ihre Kunden analysieren eröffnet durchaus einige Parallelen zum Bankengrundsatz Know your customer.
Der Film basiert auf einer wahren Geschichte.

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January 17th, 2005


06:25 pm - The Incredibles - Die Unglaublichen
Der Superheld Mr. Incredible ist bei den Einwohnern seiner Stadt beliebt. Sie sind von ihm und seinen Kollegen begeistert, da sie sie vor finsteren Verbrechern beschützen. Als jedoch eines Tages bei einer Rettungsaktion etwas schief geht, schlägt die Stimmung um. Alle Superhelden wird die Ausübung ihrer Tätigkeit untersagt. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig als eine zivile Identität anzunehmen und sich nach einem anderen Lebensinhalt umschauen.

Mr. Incredible tritt von nun an nur noch als Bob Parr, Angestellter eines Versicherungsunternehmens in Erscheinung. Auch der Rest der Familie des Superhelden sind nur noch Leute wie Du und ich, zumindest weitestgehend. Die Eltern haben Probleme mit der Erziehung der Kinder, die Familie streitet sich beim Essen und der Nachwuchs kämpft mit den Folgen der Pubertät. Doch Bob würde immer noch liebend gerne als Superheld arbeiten und so ist er sofort Feuer und Flamme als er eines Tages die Möglichkeit eröffnet bekommt wieder in Aktion zu treten.

Die Handlung der Incredibles insgesamt ist sicherlich nicht unbedingt bahnbrechend, sie variiert nur nochmals das Thema des gebrochenen Superhelden, doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Nicht weiter erwähnt werden muss die gewohnte Sorgfalt mit der Pixar die Charaktere entworfen und gezeichnet hat, sie erstreckt sich bis in die Nebendarsteller (Edna Mode).
Schwierigkeiten hatte ich mit Teilen der deutschen Synchronisation. Während beispielsweise Herbert Feuerstein auch rein optisch zu 100% seiner Vorlage ähnelt, bereitet die Stimme von Frozone einiges Kopfzerbrechen. Zwar würde praktisch jeder Sprecher Probleme haben die Coolness eines Samuel L. Jackson rüberzubringen, doch fällt es mir schwer mir jemanden vorzustellen, der von ihm weiter entfernt ist wie Kai Pflaume.
Besonders erfreulich empfand ich die Musik des Filmes. Die gewählte Swing-/Big Band-Untermalung lies an zahlreichen Stellen praktisch alle alten James Bond Filme vor dem geistigen Auge ablaufen.

Sollte wider Erwarten, jemand von denen die noch unentschlosesn sind, den Film noch nicht gesehen haben, so kann ich zum Besuch nur raten. Ein vergnüglicher Abend, der den Alltag ein wenig erleichtert. Ein (sehr großer) Trailer im englischen Original findet sich hier.

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December 4th, 2004


09:17 pm - Oldboy
Oh Dae-su, verheiratet und Vater einer kleinen Tochter, wird eines Tages völlig unerwartet entführt und in einem Hotelzimmer gefangen gehalten. Durch eine Katzenluke in der Tür wird er mit Essen versorgt. Trotz flehentlichen Bittens wird ihm nicht mitgeteilt weshalb er festgehalten wird. Ab und zu wird in sein Zimmer Betäubungsgas eingeleitet, um ihm die Haare zu schneiden, oder um ihn ärztlich zu versorgen, wenn er versucht hat vor Verzweiflung sich umzubringen. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist der Fernseher, der es ihm auch erlaubt die Dauer seines Aufenthalts zu messen. Monate, Jahre vergehen, und er sinnt mehr und mehr nach Rache. Er beginnt sich körperlich fit zu halten und fängt an sich mühsam ein Loch in die Wand hinter seinem Bett zu graben. Nach 15 Jahren Isolation kommt er endlich frei.

Doch damit ist sein Leiden noch nicht vorbei. Der für seine Entführung Verantwortliche gibt ihm fünf Tage Zeit herauszufinden, weshalb er so lange eingesperrt gewesen ist, doch das kommt Oh Dae-su eh' entgegen, da er nur noch auf Rache aus ist. Nach und nach findet er heraus, dass hinter den Geschehnissen ein reicher Geschäftsmann steckt und der Grund in Ereignissen seiner Jugend zu suchen ist.

Oldboy ist ein äußerst sehenswerter Thriller mit zahlreichen Wendungen, ein Film über Rache und über deren Inszenierung. Gezeigt in sehenswerten Bildern die einen in die Handlung hineinziehen, wobei die Geschehnisse immer wieder komprimiert gezeigt werden.
Einige Szenen sind recht gewalttätig und nichts für schwache Nerven. Doch sind sie durchaus plausibel vor dem Hintergrund der Vorgeschichte. Zudem hält die Kamera in den entscheidenden Momenten daneben und der Rest spielt sich im Kopf des Betrachters ab.

Der aus Korea stammende Film gewann diese Jahr den Grand Prix (entspricht dem zweiten Platz) in Cannes, und Hollywood hat sich bereits die Rechte für ein remake gesichert. Ein Ansehen des Originals ist jedoch mit Sicherheit empfehlenswert. Der trailer ist zwar in koreanisch mit englischen Untertiteln, doch gibt er am Besten die Stimmung des Filmes wieder.

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December 3rd, 2004


09:09 pm - Dänische Delikatessen - De Grønne slagtere
Die beiden Kollegen Svend und Bjarne haben es satt als Angestellte in der Metzgerei zu arbeiten und wagen den Schritt in die Selbständigkeit indem sie in einer kleinen Gemeinde eine Metzgerei eröffnen. Svend ist der Lautsprecher der beiden, hat genaue Vorstellungen was zu geschehen hat und von ist daher immer ein wenig rechthaberisch und cholerisch. Bjarne ist der stille Typ, der seinen Mitmenschen gegenüber eher schüchtern ist.

Aber aller Anfang ist bekanntlich schwer, und trotz sorgfältiger Planungen von Svend will das Geschäft nicht so richtig in Schwung kommen. Eines Abend wird aus Versehen der Elektriker in der Kühlkammer eingeschlossen und wird am kommenden Morgen von Svend nur noch tot aufgefunden. Als erste Reaktion beschließt dieser die Leiche kurzerhand mit Hilfe der Knochenmühle zu entsorgen, und sie dem Warenkreislauf der Fleischerei zuzuführen.
Als anschließend dann eine größere Menge Hühnerfleisch für eine umfangreichere Abendgesellschaft verkauft wird, welcher das Fleisch ausgezeichnet mundet, kommt schließlich völlig unerwartet auch der Verkauf in Fahrt. Von nun ab können sich die Jungunternehmer vor Kunden kaum noch retten. Es wäre nur noch die Sache mit dem Nachschub für das beliebte Hühnerfleisch zu klären.

Die witzige Komponente von Dänische Delikatessen (lakonisch-britisch) ergibt sich aus der Skurrilität der Charaktere, sowie vor allem der Absurdität der Situationen; eine gewisse Vorliebe für das Makabre vorausgesetzt.
Aber es handelt sich nicht nur um eine Komödie, sondern nach und nach werden die Charaktere der beiden Hauptdarsteller weiter vertieft. Beispielsweise erfährt man von Bjaernes geistig zurückgebliebenem Bruder Egil, und wie es dazu kam, dass er den Metzgerberuf ergriffen hat.
Wer möchte kann den Film auch als Parabel auf Angebot und Nachfrage der Marktwirtschaft auslegen.

Wer einen Eindruck vom Stil des Filmes bekommen oder den Hauptdarsteller Mads Mikkelsen gerne mal dänisch sprechen hören möchte, der sollte sich den ansprechenden trailer ansehen.

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December 2nd, 2004


11:02 pm - The Manchurian Candidate
Während des ersten Golfkrieges gerät die Einheit von Major Ben Marco (Denzel Washington) in einen Hinterhalt aus der sie sich nur mit Mühe befreien kann. Zwei Soldaten sterben, weitere werden verletzt, Marco selbst verlor bei dem Angriff das Bewusstsein.
Fast Forward in die Gegenwart. Marco ist immer noch in der Armee, doch quälen ihn seit der damaligen Zeit immer wieder die gleichen Alpträume über das was sich damals in der Wüste ereignet hat. Einer seiner damaligen Soldaten, Raymond Shaw (Liev Schreiber), kandidiert für das Amt des Vizepräsidenten, angetrieben von seiner ehrgeizigen Mutter, der Senatorin Eleanor Shaw (Meryl Streep). Shaw wurde für seinen damaligen mutigen Einsatz mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Als Marco eines Tages von einem weiteren ehemaligen Kameraden aufgesucht wird, der ebenfalls von bruchstückhaften Erinnerungen gepeinigt wird, versucht er verstärkt der Sache auf den Grund zu gehen, um herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist. Nach und nach kommt er einer weitreichenden Verschwörung auf die Schliche, hinter der der Industrie- und Rüstungskonzerns Manchurian Global zu stehen scheint. Es fällt ihm zusehends schwer zwischen Freund und Feind zu unterscheiden ....

Manchurian Candidate ist in erster Linie ein spannender Politthriller. Hinzu kommen noch die sicherlich nicht zufälligen Ähnlichkeiten des fiktiven Unternehmens mit Halliburton, sowie der Carlyle Group, wodurch zusätzlich der Eindruck entsteht, dass die geschilderten Ereignisse realistischer sein könnten, als man zunächst annimmt.
Überzeugende Schauspieler und die Regie von Jonathan Demme sorgen für gute Unterhaltung bei der das Gehirn nicht völlig unterfordert wird.

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November 10th, 2004


05:22 pm - Nathalie...
Catherine (Fanny Ardant) hat Grund zur Annahme, dass ihr Mann (Gérard Depardieu) sie betrügt. Er ruft an seinem Geburtstag spät abends an und sagt, dass es ihm nicht möglich ist rechtzeitig nach Hause zu kommen, verräterische Nachrichten auf dem Handy, und er scheint ständig gedanklich abwesend zu sein. Bei einem klärenden Gespräch streitet Bernard die Seitensprünge auch gar nicht ab, versichert ihr aber, dass es nichts ernstes ist. Das Catherine daraus nicht die Konsequenz zieht ihn zu verlassen, lässt sich wohl höchstens mit dem Argument der Gewöhnung an den Partner nach jahrzehntelanger Ehe begründen.

Als Catherine eines Tages an einem Nachtclub vorbei kommt, entschließt sie sich eine Prostituierte zu engagieren, um mehr über ihren Mann herauszufinden. Dabei geht es ihr jedoch nicht, oder besser gesagt, nicht nur, darum die Treue ihres Mannes zu testen, sondern es interessiert sie auch was Bernard mit den Frauen sexuell so treibt. Sie wählt Marlène (Emmanuelle Béart) aus, die sich in Nathalie verwandelt, Bernard verführen und anschließend Catherine ausführlich berichten soll, wie die Treffen abgelaufen sind. Nach und nach findet Nathalie an ihrer Aufgabe zunehmend Gefallen ...

Nathalies Schilderungen sind zwar sehr direkt und detailliert, finden aber weitestgehend verbal und somit im Kopf statt. Voyeure kommen nicht auf ihre Kosten. Außer einer entblößten Brust gibt es nicht viel zu sehen (die faszinierenden Gesichter der beiden Hauptdarstellerinnen und die trotzig-sinnlich vorgeschobene Oberlippe Emmanuelle Béarts sind ein anderes Thema). Es ist ein Film über ein Dreiecksverhältnis, bei dem sich die Rollen immer wieder ein wenig verschieben. Hauptsächlich geht es um Liebe und Eifersucht und was sich dabei in erster Linie im Kopf abspielt. 
Auch wenn die Ausgangssituation ein wenig Überwindung erfordert, so bietet der Film doch die Möglichkeit sich Gedanken zu machen über die subjektive Wahrnehmung von Gefühlssituationen.

Einen guten Trailer zur Einstimmung gibt's beim Verleih, weitere Infos bei filmz.

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October 28th, 2004


09:52 am - Big Brother is watching you!
Wie so häufig ist die Realität manchmal noch bizarrer als die bereits vorhandene skeptische Grundhaltung.

Auch unter dem Vorbehalt, dass man sicherlich nicht alles glauben sollte was im Internet geschrieben wird, so kann es doch nicht schaden einen Blick auf die letzten Einträge von [info]anniesj zu werfen. In erster Linie die beiden Einträge a word to the wise und clarify a few things.

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October 14th, 2004


11:52 am - Collateral
Max ist Taxifahrer in Los Angeles. Er macht seinen Job gut, sein Auto ist äußerst gepflegt. Als die attraktive Annie in sein Taxi einsteigt ist er bemüht ihr einen schnelleren Weg zum angestrebten Ziel vorzuschlagen. Nach einer kurzen Diskussion und einer anschließenden Wette willigt sie ein. Im Gespräch mit ihr ergibt sich, dass Max trotz aller Beteuerungen, dass er den Job nur vorübergehend macht, bereits seit zwölf Jahren Taxi fährt. In dieser Zeit hat er viel über seine Gäste gelernt und beeindruckt auch Annie mit seiner Menschenkenntnis. Er träumt davon seinen eigenen Limousinen-Service zu starten, eine Postkarte mit einer Insel an der Rückseite seiner Sonnenblende hilft ihm die Wartezeit zu überbrücken.
Max gewinnt die Wette der schnelleren Fahrt, schiebt es aber charmant auf eine glückliche Ampelschaltung, erhält dadurch aber die Möglichkeit das Inselphoto mit der Visitenkarte Annies zu ersetzen.

Sein nächster Fahrgast ist Vincent. Er ist nur für eine Nacht in LA, geschäftlich. Er teilt Max mit, dass er Termine an fünf verschiedenen Orten der Stadt hat und überredet Max mit ein paar Geldscheinen, ihn die ganze Nacht über zu fahren. Doch bereits beim ersten Stopp wird durch das Aufschlagen einer Leiche auf das Dach des Taxis deutlich, dass Vincent kein normaler Geschäftsmann ist, sondern ein professioneller Killer, der den Auftrag bekommen hat fünf Menschen umzubringen. Max möchte verständlicherweise sein Taxi verlassen, doch Vincent hat an Maxs Ortskenntnissen Gefallen gefunden und zwingt ihn, ihn weiter durch die Nacht zu fahren. Max hat eine lange Nacht vor sich ...

Es zahlt sich aus, dass Regisseur Michael Mann sich erneut drei Jahre Zeit genommen hat, um seinen neuesten Film fertig zu stellen. Der Film spielt lediglich in nur einer Nacht in Los Angeles, die Bilder sind weitestgehend im für Mann typischen, kalten Blau gehalten. Gezeigt wird die dunkle Großstadt mit seinen Wolkenkratzern, gefilmt häufig aus der Vogelperspektive. Aber auch die Kojoten, die einem offensichtlich in den Randbezirken der Stadt begegnen können, werden in einer stillen Sequenz gezeigt in der man den Eindruck hat, alles würde für einen Moment inne halten.
Die Dialoge sind kurz und wohlüberlegt, kein Satz scheint zuviel. Die beiden Hauptdarsteller überaus überzeugend, Tom Cruise schlüpft in die Rolle des zielgerichteten Killers und Jamie Foxx in die des unentschlossenen Taxifahrers Max.
Aber Collateral ist weit mehr als ein Action Film im engeren Sinne. Zum einen drehen sich die nächtlichen Gespräche im Taxi zunehmend um den Sinn des Lebens und zum anderen beschreibt die Gesamtstimmung des Filmes mehr als die reine Handlung zeigt. Die Botschaft des Films ist sicherlich nicht neu, aber selten wurde sie so sehenswert verpackt.
Weitere Infos wie immer bei Filmz, einen idealen Teaser findet man bei apple. Allerdings bin ich der Meinung, je weniger man weiß, desto besser.

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October 12th, 2004


06:32 pm - Anything Else
Jerry (Jason Biggs) ist ein aufstrebender Comedy-Schreiber in New York, der jedoch momentan mit zahlreichen Aspekten seines Lebens nicht zurecht kommt, was wiederum zu einer Schreibblockade führt.
Woody Allen übernimmt die Rolle seines Mentors David Dobel, der ebenfalls schreibt, aber zur Sicherheit seinen Job als Lehrer behält. Er ist inzwischen 60 Jahre alt, was stark darauf hindeutet, dass ihm der entscheidende Durchbruch nicht mehr gelingen wird. Dies hält ihn aber nicht davon ab, Jerry mit allerlei Ratschlägen über sämtliche Aspekte des Lebens zu versorgen. Er verfügt zudem über eine ausgeprägt paranoide Ader, so dass er Jerry unter anderem mit einem ausgeklügelten Survival-Kit unbedingt auf mögliche Bedrohungen in New York vorbereiten möchte.
Sorgen bereitet Jerry seine Freundin Amanda (Christina Ricci), die sich trotz anhaltender Liebesbeteuerungen zunehmend von ihm zurückzuziehen scheint. Auch Jerrys Manager Harvey, gespielt von Danny DeVito, scheint ihn eher zu behindern, als in seiner Karriere als Schriftsteller weiterzubringen.
Abgerundet wird das Universum der typischen Figuren Woody Allens mit Amandas Mutter, die vorübergehend bei dem jungen Paar einzieht, sowie Jerrys Psychoanalytiker, der sich jedoch in erster Linie aufs stumme Zuhören beschränkt und ebenfalls keine Hilfe darstellt.

Der Film beschreibt nun in erster Linie all die Sorgen und Nöte Jerrys, der von Jason Biggs wie die jüngere Ausgabe Woody Allen gespielt wird, sowie deren Auflösung, die schließlich zu einem neuen Anfang für Jerry führen.

Anything else ist sicherlich nicht einer der besten, der über dreißig Filme Woody Allens, aber ich würde ihn als guten Durchschnitt bezeichnen. Wer bisher kein Freund von Woody Allens Filmen war, der wird es durch diesen Film sicherlich auch nicht werden. Wem seine Filme gefallen, der sollte die Möglichkeit des Anschauens Nutzen, da zuletzt nicht einmal mehr gewährleistet gewesen ist, dass alle seine Filme einen deutschen Verleih finden.
Der Film spielt an den für Allen charakteristischen Schauplätzen New Yorks und ist gefüllt mit den typischen, absurden Dialogen und bissigen Bemerkungen. Allerdings scheint die Leichtigkeit früherer Filme ein wenig verloren gegangen zu sein, da beispielsweise auch die obligatorischen jüdischen Witze Allens zynischer und bitterer ausfallen als zuvor. Eine mögliche Erklärung für die verschärfte Bitterkeit, sowie die verstärkte Paranoia, wären die Ereignisse des 11.Septembers, die vermutlich gerade in New York doch eine Veränderung der Grundstimmung ausgelöst haben, was dem Chronisten Woody Allen sicherlich nicht entgangen ist.
Weitere deutschsprachige Infos gibt es bei filmz, einen trailer bei apple.

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October 10th, 2004


10:52 am - Shrek 2
Nach den Flitterwochen von Fiona und Shrek kehren beide in das Haus im Sumpf zurück. Dort erreicht sie eine Einladung von Fionas Eltern zu einem großen Fest am königlichen Hof, welches zu Ehren des Brautpaares ausgerichtet werden soll. Die Eltern sind nur wenig von Shrek begeistert, haben sie sich doch immer gewünscht, dass Fiona den gut aussehenden Prince Charming heiratet. Speziell der König ist nicht bereit sich mit dem Gatten seiner Tochter abzufinden und schmiedet zusammen mit der Guten Fee Pläne, die Ehe von Fiona und Shrek rückgängig zu machen.

Aber die Handlung ist natürlich nur sehr bedingt ein Grund sich den Film anzusehen. Auch der technische Fortschritt in der Computeranimation gegenüber dem ersten Teil dürfte sich höchstens den ausgewiesenen Fachleuten erschließen.
Der Grund weswegen der geneigte Filmfreund Gefallen an diesem Film finden kann, ist die unglaubliche Vielzahl der eingestreuten Filmzitate. Der Ringtausch der Frischvermählten ist dem Herrn der Ringe entlehnt, Flitterwochen am Strand entsprechen Verdammt in alle Ewigkeit und eine Kussszene parodiert Spider-Man, und das ist nur ein Teil der Anspielungen die sich in der Eröffnungsszene wieder finden.

Doch die Anspielungen werden noch eine Ebene weiter getrieben. Wenn Donkey/Eddie Murphy mit der Kutsche in das Land Far Far Away einfährt, so ist es die identische Szene wie bei Murphys Auftritt in Beverly Hills Cop und Antonio Banderas Rolle Puss-In-Boots spielt natürlich mit seiner Rolle als Zorro. Oder wenn Shrek im Mädchenzimmer Fionas/Cameron Diaz übernachtet, hängt an der Wand ein Poster mit dem Bild ihres damaligen Lebensabschnittsgefährten und dem Bildtext 'Sir Justin'.
Auch empfiehlt es sich den Film im englischen Original anzuschauen. Allein schon weil die Stimme des im wirklichen Lebens siebenmal verheirateten Larry Kings als Hässliche Stiefschwester in Frauenkleidern einfach besser zur Geltung kommt. Die beiden Klavierspieler in der Taverne sind ebenfalls einfacher als Tom Waits und Nick Cave zu identifizieren.
Eine (ziemlich) vollständige Aufzählung der gefundenen Anspielungen findet sich bei imdb.

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October 5th, 2004


11:36 am - Gegen die Wand
Um der traditionellen Strenge ihrer Familie zu entfliehen, überredet die zwanzigjährige Türkin Sibel den desillusionierten Alkoholiker Cahit zur Scheinehe ohne gegenseitige Verpflichtungen. Beide hatten sich zuvor bei einem Klinikaufenthalt kennen gelernt, in der sich beide nach Selbstmordversuchen aufhielten. Cahit verhält sich zunächst äußerst mürrisch und abweisend und Sibil nutzt ihre neu gewonnene Freiheit zu Partys mit Drogen und One-Night-Stands.
Doch Cahit verliebt sich in sie. Als auch Sibel ihre Liebe zu ihm entdeckt, ist es zu spät: Cahit hat einen ihrer Liebhaber im Eifersuchtswahn erschlagen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis findet Cahit Sibel in Istanbul und hofft noch immer auf eine gemeinsame Zukunft. Doch nachdem sich Sibel zunächst in Istanbul sehr fremd vorgekommen ist, hat sie dort ein neues Leben begonnen.

Normalerweise mag ich solche Art von Problemfilmen nicht besonders, doch nach dem großen Festivalerfolg in Berlin, war ich zumindest ein wenig neugierig und nutzte dementsprechend die, wenn auch ein wenig verspätete, Gelegenheit mir den Film anzusehen. Zumal ich die bisherigen Filme von Fatih Akin durchaus mag.

Gegen die Wand zeigt nahezu durchgehend das Leid der beiden Hauptdarsteller, ihre Gefühlsausbrüche, ihre Selbstverstümmelungen und ihre Unfähigkeit sich in verschiedenen Umgebungen zurechtzufinden. Die Filmszenen sind oft sehr drastisch und werden von den Darstellern intensiv und überzeugend gespielt. Zusätzlich verstärkt wird das Gezeigte durch einen passenden Soundtrack, angefangen von Depeche Modes I feel you und endend mit einer Version von Talk-Talks Life's What You Make It.
Bei aller Bewunderung der Leistung der Darsteller und des Regisseurs, musste ich jedoch erneut feststellen, dass sich meine Begeisterung für menschliche Dramen im Kino in Grenzen hält, da es im wirklichen Leben davon schon genügend gibt.

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September 28th, 2004


12:45 pm - Man on Fire - Mann unter Feuer
Schon der Vorspann macht das Thema des Films deutlich. In Mexiko finden täglich mehrere Entführungen statt. Eine davon, inklusive der Modalitäten der Lösegeldübergabe und Freilassung der Geisel, wird in den ersten Minuten in dunklen, verwackelten Bildern exemplarisch gezeigt. Speziell die düstere Optik wird den kompletten Film über beibehalten werden.

Diese Einführung macht deutlich, dass der Bedarf an Bodyguards bei den wohlhabenden Einwohnern Mexikos hoch ist, und so fällt es Rayburn leicht dem Ex-Marine Creasy, gespielt von Denzel Washington, einen Job zu vermitteln. Er wird mit der Bewachung der jungen Tochter Pita eines reichen Ehepaares beauftragt. Der ehemalige Elitesoldat musste den Dienst quittieren, da er ein Alkoholproblem hat. Er ist zwar dankbar, dass er von seinem Freund den Job als Bodyguard vermittelt bekommt, doch fällt es ihm zunächst schwer in seiner neuen Umgebung und speziell mit dem Kind zurecht zu kommen. Er ist desillusioniert und greift hin und wieder zur Bibel um ein wenig Halt zu finden. Ein Selbstmordversuch schlägt nur durch eine glückliche Fügung fehl. Diese wertet er als Fingerzeig von oben und er beginnt sich mit Pita anzufreunden. Aus einem einfachen Job wird eine Berufung.
Eines Tages jedoch kann Creasy die Entführung Pitas nicht verhindern, er selbst wird schwer verletzt. Die Lösegeldübergabe schlägt fehl und Pita wird getötet. Nachdem er wieder halbwegs gesund ist, beginnt er die Entführer einen nach dem anderen aufzuspüren.

Spoiler! )

Trotz der starken Präsenz Denzel Washingtons und eines hörenswerten soundtracks von Nine Inch Nails sind rund zweieinhalb Stunden Laufzeit entschieden zu viel für einen Film, der sich in erster Linie durch eine Verherrlichung der Selbstjustiz, vorhersehbare Bösewichte und auf Dauer ermüdende optische Spielereien auszeichnet.

Einen Eindruck der optischen Qualitäten von Man on fire gibt wie immer der trailer. Weitere Infos gibt es bei Filmz.

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September 21st, 2004


05:19 pm - Super Size Me
Morgan Spurlock will es wissen. Er will wissen, wie es ist, wenn man sich einen Monat lang ausschließlich von Dingen ernährt, die es bei McDonalds zu kaufen gibt. Im Laufe dieser Zeit will er jedes Produkt der Speisekarte mindestens einmal gegessen haben, und selbstverständlich ist es Pflicht alles aufzuessen. Auch seine körperlichen Aktivitäten will er sehr begrenzen. Bevor er sein Experiment beginnt, lässt er sich von drei Ärzten auf Herz und Nieren untersuchen und es wird ihm bestätigt, dass er kerngesund ist und alle erdenklichen körperlichen Werte im Grünen Bereich sind. Zusätzlich konsultiert er noch eine Ernährungsberaterin.

Super Size Me zeigt nun die körperlichen und geistigen Veränderungen, die mit Morgan im Laufe des Monats vor sich gehen. Deutliche Gewichtszunahme, stark erhöhte Leberwerte, Unwohlsein, uvam. Auch seine Freundin (eine veganische Köchin!) beklagt sich über einen nennenswerten Leistungsabfall Morgans.
Ursprünglich hatte ich ein wenig Bedenken wie man einen ganzen Dokumentarspielfilm mit diesem Thema füllen kann, doch das Ergebnis hat mich positiv überrascht. Während die Kamera die Entwicklung Morgans dokumentiert, werden dazwischen immer wieder Interviews und Gespräche mit Ernährungswissenschaftlern, Nahrungsmittelproduzenten, Schulrektoren, Lehrer, Anwälte etc. eingestreut, die den Film informativ und kurzweilig gestalten. Zusätzlich erfährt man noch einiges Wissenswertes über die Essgewohnheiten der Amerikaner. Allerdings wäre es m.E. fehl am Platze dies alles nur auf die Amerikaner zu beziehen, da ich befürchte dass sie uns in Bezug auf ungesunde Ernährung und unzureichende körperliche Bewegung lediglich um ein paar Jahre voraus sind. Vielleicht nicht unbedingt im Ausmaß, aber doch was die Richtung angeht.
Speziell die zahlreichen Episoden mit den Schülern, die beispielsweise dank unzähliger Werbespots auf Bildern Ronald McDonald, jedoch nicht Jesus identifizieren können, stimmen doch ein wenig nachdenklich. Interessant auch der Vergleich zwischen den entstehenden Kosten für das Gesundheitssystems durch das Rauchen und durch Übergewicht.

Auch wenn das Ergebnis bereits vorab klar ist, so ist es doch sehr unterhaltsam Morgan bei seinem Selbstversuch zuzusehen, da er seine Botschaft nicht mit erhobenem Zeigefinger verbreitet. Insofern ist der Film sowohl empfehlenswert für Personen die bereits wissen, dass tägliches Essen in Fast-Food Restaurants gesundheitsschädlich ist, als auch solche, die noch daran zweifeln.
Bemerkenswert auch die Auswirkungen des Filmes. Wenige Wochen nach der Premiere beim diesjährigen Sundance Festival hat McDonalds den Verkauf der Supersize Portionen eingestellt (das Unternehmen bestreitet einen Zusammenhang), und die seit einigen Wochen in zahlreichen deutschen Zeitschriften, in mikroskopisch kleinen Schriften abgedruckten Nährwerttabellen entstanden sicherlich auch nicht aus reiner Fürsorge.
Weitere Informationen zum Film und Fast-Food gibt es auf der Homepage. Einen kurzen Trailer gibt es hier.

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September 16th, 2004


04:52 pm - Station Agent
Finbar ist kleinwüchsig. Er hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass ihn die anderen anstarren und sich über ihn lustig machen. Er ignoriert es mit stoischer Gelassenheit so gut es geht.
Er liebt die Eisenbahn. Er repariert in einem kleinen Geschäft Modelleisenbahnen, liest Bücher über Züge und abends schaut er sich gerne zusammen mit Gleichgesinnten Filme mit Eisenbahnen an. Als plötzlich sein Freund und Inhaber des Geschäfts stirbt, erbt er ein altes, verlassenes Stationshäuschen in einer äußerst abgeschiedenen Gegend von New Jersey. Das kommt Finbar zum einen wegen seiner Liebe zur Eisenbahn und zum anderen weil er es vorzieht alleine zu sein, nicht ungelegen.

Direkt gegenüber dem ererbten Eisenbahndepot hat Joe den Stellplatz für seinen mobilen Imbiss gewählt, welchen er in Vertretung für seinen kranken Vater vorübergehend führt. Joe ist eine sehr liebenswerte, jedoch äußerst redselige Person. Und so ist es wenig verwunderlich, dass Finbar zunächst möglichst wenig mit ihm zu tun haben möchte.
Die dritte im Bunde ist Olivia, deren Bekanntschaft Finbar dadurch macht, dass sie ihn nicht nur einmal sondern sogar zweimal beinahe mit dem Auto überfährt. Auch Olivia hat sich zum Einsiedler entwickelt, da sie sich die Schuld am Tod ihres vor zwei Jahren verstorbenen Sohns gibt.

Der Film beschreibt nun wie diese drei Außenseiter nach und nach zu einander finden und Freundschaft schliessen, aber sich doch gegenseitig ihren Freiraum lassen. Er zeigt sowohl die Schwierigkeiten der Einzelgänger mit ihrem Schicksal zurecht zu kommen, aber auch die kleinen Freuden beim gemeinsamen trainspotting. Er tut dies weitestgehend mit lakonischem Humor, der es sehr angenehm macht den Film anzusehen. So bekommt Joe (nicht ganz zu Unrecht) den Eindruck, dass sich so ziemlich alle Frauen zu Finbar hingezogen fühlen, da er sie ein ums andere Mal am frühen Morgen aus dessen Station kommen sieht (Allerdings geht bei der deutschen Übersetzung seiner Feststellung "You're the man!" gegenüber Finbar einiges der mitschwingenden Bedeutung des Originals verloren.).

Station Agent ist ein stiller Film, der getragen wird von den drei sehenswerten Hauptdarstellern. Er ist nur für diejenigen empfehlenswert, die auch mal nur zuschauen können, ohne dass sich auf der Leinwand allzu viel passiert. Gut geeignet für die bevorstehende herbstlich-melancholische Jahreszeit.
Einen guten Eindruck der Stimmung des Filmes vermittelt der (englische) trailer, auch wenn hier die ernste Komponente ein wenig zu kurz kommt.

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September 12th, 2004


11:50 am - Muxmäuschenstill
Mux hat eine Mission: Der selbst ernannte Weltverbesserer will seinen Mitmenschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen - und bläst zum Kampf gegen Fehltritte aller Art: Big Mux is watching you! Mit makellos gebügeltem Hemd verfolgt der Saubermann Schwarzfahrer und Schwimmbad-Pinkler, Falschparker und Graffiti-Sprayer. Mux räumt auf in den Straßen Berlins, begleitet von seinem treuen Gehilfen, dem Ex-Langzeitarbeitslosen Gerd, der die Heldentaten mit einer Videokamera dokumentiert.

Soweit die offizielle Beschreibung des Films. Gezeigt wird das Ganze weitestgehend in Form einer Dokumentation, ohne spielfilm-übliche Effekte.
Zuerst erwischt man sich bei dem Gedanken, dass man selbst ab und zu den Wunsch verspürt, einige Autoraser auf ihr unverantwortliches Handeln hinzuweisen, und dass es keine schlechte Sache wäre, wenn es etwas mehr Zivilcourage unter den Mitmenschen geben würde. Aber mit zunehmender Filmdauer wird deutlich, dass Muxs Maßlosigkeit weit über das Ziel hinausschießt.

Einen ersten Hinweis darauf, dass Mux in seiner eigenen, bizarren Welt lebt gibt es zu Beginn, wenn er in der S-Bahn die Bestrafung eines schwarz fahrenden, englisch sprechenden Trios kurz unterbricht, um seine Solidaritätsbekundung zum 11.September kund zu tun ("That day we all were Americans"). Bedauerlicherweise stellt sich jedoch heraus, dass nicht alle die englisch sprechen aus New York stammen, sondern in diesem Falle aus Südafrika, was Mux nahtlos zu der Feststellung bringt, dass er gehört habe, dass Tierpornos dort legal sein sollen.
Ein weiterer Bruch wird deutlich, wenn er sich im realen Leben zu einer jüngeren Frau hingezogen fühlt und er alle Ideale seiner Welt auf sie projiziert, indem er beispielsweise gerne ihr Weißer Ritter wäre. Wenig überraschend, wird Kira seinen überzogenen Vorstellungen nicht gerecht und die Beziehung endet nicht mit einem Happy-End.

Dazwischen gibt es immer wieder Szenen in denen Mux Diebe, Exhibitionisten und Vergewaltiger überführt und bestraft. Dabei hilft ihm ein immer größeres Netz an Spitzeln Informanten. Die Fälle nehmen immer weiter zu, die Gründung eines Unternehmens und eine bundesdeutsche Expansion sind der nächste logische Schritt. Doch damit nicht genug, auch die Ausdehnung nach Italien wird von Mux persönlich in die Wege geleitet, schließlich gibt es auch dort genügend Gesetzesbrecher die zur Vernunft gebracht werden müssen. Dort ereilt Mux jedoch schon bald sein Schicksal und die Schlusspointe macht die Intention des Regisseurs deutlich.

Muxmäuschenstill ist aufgrund seiner Thematik und der gezeigten Bilder einer der verstörendsten Filme der letzten Zeit und regt zur Diskussion an. Einen ersten Eindruck des Filmes vermittelt der Trailer.

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September 2nd, 2004


02:17 pm - Schotter wie Heu
Schotter wie Heu: Neulich im Nachtprogramm des ZDF....
Ein Dokumentarfilm über die kleinste Bank Deutschlands, gelegen in Gammesfeld, Hohenlohekreis, Baden-Württemberg (im Original mit Untertiteln gezeigt, insofern alles verständlich). Kein Bankomat, kein Computer und selbstverständlich kein online-banking.
Im Mittelpunkt des Films steht der einzige Angestellte der Raiffeisenbank Gammesfeld Fritz Vogt, geschäftsführender Vorstand seit 1967, inzwischen bereits über 70 Jahre alt.

Er führt die Konten handschriftlich, Briefe werden noch mit der Schreibmaschine geschrieben. Schwer vorstellbar, aber irgendwie geht es doch. Aufgrund der sehr niedrigen Kosten werden überdurchschnittliche Zinsen bezahlt und die Kreditkonditionen sind ebenfalls günstig (Anruf zwecklos, da Kredite nur an Besitzer von Genossenschaftsanteilen/Dorfbewohner gewährt werden). Dabei verweigert Herr Vogt den (so genannten) Fortschritt nicht unbedingt aus Prinzip, er sieht nur für die meisten Errungenschaften keine Notwendigkeit. Durch seine zentrale Position in der Gemeinde kennt Herr Vogt praktisch jeden, und weiß dementsprechend gut über die Vorgänge im Dorf Bescheid und kann einiges erzählen.

Der Film legt zwar seinen Schwerpunkt auf die Bank, doch werden auch einige Mitglieder der rund 500 Seelen großen Gemeinde (und in der Regel Kunden der Bank) mit kurzen Episoden portraitiert. Der Edekaladen, die Bäckerei, der Bauer mit der computergesteuerten Schweinezucht, die Feuerwehr, etc. So wird durchaus auch deutlich, dass neben der Idylle nicht alles eitel Sonnenschein ist. Zum Eigentümer des Steinbruchs geht das halbe Dorf seit Jahren auf Distanz, und die Selbstmordrate der letzten Jahrzehnte ist für einen Ort von der Größe Gammesfelds eher überdurchschnittlich.
So wird auch die Kehrseite der abgeschossenen kleinen Welt deutlich, wenn man feststellt, dass es praktisch keinen Platz für eine gewisse Privatsphäre gibt.

Das Ganze wird in der Form eines liebevollen Portraits gezeigt, das unweigerlich immer wieder zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken verleitet. Ein echter Dokumentarfilm eben.
Ein Verweis auf den Link zu der Online-Präsenz der Raiffeisenbank Gammesfeld ist aus naheliegenden Gründen leider nicht möglich.

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